Geburt

Anzeichen der Geburt: So merkst du, dass es losgeht, und wann du in die Klinik fährst

Die ersten Anzeichen, dass die Geburt beginnt, die drei Geburtsphasen, wie die 5-1-1-Regel funktioniert und wann du deine Hebamme anrufst oder in die Klinik fährst.

Ein Wecker und ein rosa Herz aus 3D-Knete auf zartem Flieder

Jede Geburt ist anders, und es ist nicht immer klar, wann sie begonnen hat. Hier erfährst du, auf welche Zeichen du achten kannst, wie du misst, was du spürst, und wann es Zeit ist loszufahren.

Zeichen, dass die Geburt bald beginnt

In den Tagen oder Wochen vor der Geburt bemerkst du vielleicht:

  • Dein Baby „senkt“ sich tiefer ins Becken. Das Atmen fällt leichter, aber du musst noch öfter zur Toilette
  • Der Schleimpfropf löst sich: ein zäher, geleeartiger Ausfluss, klar, rosa oder mit Blutfäden (Zeichnungsblutung)
  • Mehr Übungswehen, die sich stärker oder häufiger anfühlen
  • Ziehen im unteren Rücken und Krämpfe wie bei der Periode
  • Weicher Stuhl oder Durchfall
  • Ein Energieschub und der Drang, das Nest vorzubereiten

Das sind Zeichen, dass sich dein Körper vorbereitet, aber die Geburt kann trotzdem noch Tage entfernt sein.

Zeichen, dass die Geburt begonnen hat

  • Regelmäßige Wehen, die länger, stärker und häufiger werden und nicht aufhören, wenn du dich ausruhst oder die Position wechselst
  • Blasensprung: ein Schwall oder ein langsames Rinnen von Flüssigkeit, das du nicht kontrollieren kannst
  • Anhaltende Schmerzen im unteren Rücken, die mit den Wehen in Wellen kommen

Unsicher, ob es echte Wehen sind? Unser Ratgeber zu Übungswehen oder echten Wehen erklärt den Unterschied.

Die drei Phasen der Geburt

PhaseWas passiertWie lange es dauern kann
1. Latenz- und EröffnungsphaseDie Wehen öffnen den Muttermund auf 10 cmStunden bis ein Tag oder länger beim ersten Kind, danach oft kürzer
2. Austreibungsphase und GeburtDu schiebst dein Baby hinausMinuten bis einige Stunden
3. NachgeburtsphaseDie Plazenta löst sich und wird geboren5 bis 30 Minuten, ohne Medikamente bis zu einer Stunde

Die Latenzphase ist meist der längste Teil. Die Wehen kommen vielleicht alle 5 bis 20 Minuten und sind so leicht, dass du dabei sprechen kannst. Den meisten wird geraten, diese Zeit zu Hause zu verbringen: ausruhen, leicht essen, Wasser trinken, warm duschen und sanft in Bewegung bleiben.

Die aktive Eröffnungsphase beginnt bei etwa 6 cm. Die Wehen werden kräftig, kommen etwa alle 3 bis 5 Minuten und dauern etwa eine Minute. Meist ist das der Zeitpunkt, in der Klinik oder im Geburtshaus zu sein. Was danach bis zur Geburt der Plazenta passiert, liest du in unserem Ratgeber zu den Phasen der Geburt.

Wann in die Klinik: die 5-1-1-Regel

Viele Fachleute nutzen beim ersten Kind die 5-1-1-Regel: Fahr los, wenn die Wehen

  • etwa alle 5 Minuten kommen,
  • jeweils etwa 1 Minute dauern,
  • und das seit mindestens 1 Stunde.

In Deutschland wird oft empfohlen, beim ersten Kind loszufahren, wenn die Wehen etwa eine bis zwei Stunden lang regelmäßig alle 5 Minuten kommen. Wenn du schon ein Kind hast, weit von der Klinik entfernt wohnst oder deine Hebamme dir etwas anderes geraten hat, halte dich an ihren Plan, denn vielleicht solltest du früher fahren. Nutz unseren kostenlosen Wehen-Timer, um Abstand und Dauer festzuhalten; er sagt dir, wann du das 5-1-1-Muster erreichst.

Wann du nicht auf 5-1-1 warten solltest

Ruf sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal an, wenn:

  • die Fruchtblase springt, besonders wenn das Fruchtwasser grün oder braun ist oder unangenehm riecht
  • du eine Blutung aus der Scheide hast, die stärker ist als eine Schmierblutung
  • sich dein Baby weniger bewegt als sonst
  • du ständige, starke Schmerzen hast statt Wehen, die kommen und gehen
  • du Fieber, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder plötzliche Schwellungen hast
  • du regelmäßige Wehen vor der 37. Woche hast, was ein Zeichen für eine Frühgeburt sein kann
  • du einfach das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt

Häufige Fragen

Kann die Geburt ohne Wehen beginnen?

Ja. Manchmal springt zuerst die Fruchtblase und die Wehen kommen später. Ruf deine Hebamme oder den Kreißsaal an, wenn die Fruchtblase springt, auch wenn du noch keine Wehen hast.

Wie lange dauert die Latenzphase?

Beim ersten Kind kann sie ein paar Stunden bis zwei Tage dauern, mit langen Pausen zwischen den Wehen. Bei späteren Geburten ist sie meist kürzer.

Wie fühlt sich eine Wehe an?

Die meisten beschreiben ein Ziehen oder Hartwerden des Bauchs, das zunimmt, einen Höhepunkt erreicht und abklingt, oft beginnend im unteren Rücken. Am Anfang kann es sich wie starke Regelschmerzen anfühlen.

Quellen

Nur allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung. Folge immer dem Rat deiner Ärztin, deines Arztes oder deiner Hebamme.

Änderungsverlauf
  • : Aus dem englischen Ratgeber übersetzt.